Unser Benny …

Benny kommt von einem Hof aus einer Nachbargemeide von uns. Die „Finderin“ hatte beruflich dort zu tun und ihr ist der junge Kater auch aufgefallen. Es war bekannt, dass das Tier so schwer verletzt war, jedoch hatte man keine Möglichkeit und keine Mittel, etwas zu unternehmen. Zu Bennys Glück blieb die Finderin hier dran und hat die Leute überzeugt, Hilfe anzunehmen. So kam Benny dann zu uns.

Es hörte sich schon sehr dramatisch an am Telefon, aber als wir die Verletzungen dann beim Tierarzt selbst sahen, waren wir alle doch sehr erschrocken. An allen vier Beinen hatte der Kater tiefe Wunden. Das linke Vorderbein hing irgendwie schief und schlaff herab und er konnte auch auf den Hinterbeinen nicht stehen. Die Wunden waren so tief und klaffend, es war wirklich kein schöner Anblick. Und die Erkenntnis, dass die Wunden nicht mehr frisch waren, der Kater also mit diesen schlimmen Verletzungen schon einige Tage herumlief, war umso schrecklicher. Er hatte sich die Wunden sehr sorgfältig durch Belecken von Fliegenmaden rein gehalten … dafür natürlich sämtlich Bakterien aus seinem Mund sehr tief in die Wunden geleckt. Die Wunden waren hochinfektiös und überhaupt nicht richtig durchblutet. Es war nicht klar, ob die Beine gerettet werden konnten oder er das Ganze überhaupt überleben würde. Er bekam sofort Schmerzmittel und eine Antibiose. Benny blieb in der Praxis. Jeden Tag informierte uns die Praxis über seinen Zustand. Das Hinterbein machte Sorgen und es stand wirklich auf der Kippe zur Amputation. Hinten hatte er sich die Mittelfußknochen gebrochen und vorn links die Speiche, weshalb das Bein so merkwürdig schief gestanden hatte. Jeden Tag wurde Benny in Narkose gelegt und die Wunden wurden gesäubert und neu verbunden. Ohne die Sedierung hätte der kleine Kerl das gar nicht aushalten können.

So tapfer hat der liebe Kater die Versorgung seiner schlimmen Verletzungen über sich ergehen lassen. Nun steht ihm leider noch eine Operation bevor. Benny ist wirklich ein echter (Un)glückskater.

Die Ursache für die schlimmen Verletzungen sind bis heute nicht bekannt. Am ehesten passen die Verletzungen zu einem Draht. Wir vermuten, dass er da rein gefallen ist und versucht hat sich zu befreien. Wie lange er da drin gehangen hat, ist reine Mutmaßung … wie alles andere auch.

Benny war schnell der Liebling aller. Er ist unglaublich nett und lieb und so tapfer. Er hat sofort mit jedem geschmust und es war sehr deutlich, dass er unendlich dankbar war, dass man ihm half.

Nach fünf Tagen auf „Station“ konnten wir Benny nach Hause holen. Seitdem ist er in unserer Pflegestelle in einem großen Laufstall untergebracht, denn Springen war für mindestens sechs Wochen absolut tabu. Er war damit zufrieden und hat sich auch mit dem Halskragen/Leckschutz abgefunden. Er hatte einen so großen Hunger, dass man immer aufpassen mussste, dass er sich nicht übernahm. Als er kam, war er abgemagert, dehydriert und auch anämisch. Er litt unter einem massiven Flohbefall und es hat einige Tage gedauert, bis wir die vielen toten Flöhe und den Flohkot aus dem Fell gebürstet hatten.

Jeden zweiten Tag sind wir mit Benny in die Tierarztpraxis nach Linsburg gefahren. Benny musste auch weiterhin sediert werden um die Wunden zu säubern und die Verbände zu erneuern. Zum Glück wirkte das Antibiotikum und konnte eine Sepsis abwenden. Benny hatte einen langen Weg vor sich. Die erste Zeit hat er viel geschlafen und sich ausgeruht, was er ja auch sollte. Mit jedem Tag ging es ein kleines bisschen besser. Die Wunden entwickelten sich auch zur Zufriedenheit.

In der fünften Woche wurde entschieden die Verbände abzulassen und ab dem Zeitpunkt konnte man wirklich zusehen wie die letzten offenen Stellen an den Beinen zuwuchsen.

An dieser Stelle sei gesagt, dass Benny das alles ohne die perfekte Pflege unsere Pflegestelle nicht so gut gemeistert hätte. Mit dem tiermedizinischen Fachwissen unserer „Pflegemutti“ war Benny hier wirklich allerbestens aufgehoben. Wir sagen hier noch einmal ganz herzlich DANKE für die viele Mühe mit Benny. Und auch jede(r) in der Tierarztpraxis hat sich wirklich sehr um Benny bemüht und sie tun es immer noch. Vielen lieben Dank dafür!!!

Der Pflegestelle ist nun aber leider auch aufgefallen, dass das rechte Ohr unseres süßen Katers alles andere als in Ordnung ist. Anfangs gab es überhaupt keine Probleme, aber sehr bald fing das Ohr an, braunes Sekret abzusondern. Irgendwann, während der Wundversorgung, wurde das Ohr gespült und da gab es dann schon die erste Vermutung, dass sich ein Polyp gebildet hatte … das wurde nun auch leider durch eine Otoskopie bestätigt. Das Trommelfell ist bereits geschädigt. Der Halslymphknoten ist angeschwollen und Benny fängt auch allmählich an zu röcheln … Er kommt um eine Operation nicht herum.

Das Katzenohr ist so komplex und kompliziert aufgebaut, dass man bei allem was tiefer geht als das Außenohr, sehr schlecht dran kommt. Medikamente erreichen nur ungenügend das Mittelohr und das Innenohr liegt ja noch viel tiefer. Auch die Entfernung eines Polypen ist schwierig, weil man eben auch mit Instrumenten schlecht alles weg bekommt. Oft wird dann eine Bullaosteotomie durchgeführt. Allein die Vorstellung ist für uns wirklich gruselig, denn es wird dabei das Ohr aufgeschnitten und der kompelette Gehörgang ausgeräumt. Diese OP Methode hat natürlich den Vorteil, dass man davon ausgehen kann, dass auch alles an Dingen entfernt wurde, was da nicht hineingehört …

Wir möchten nun aber zunächst versuchen, Benny diese OP zu ersparen und darum fahren wir sehr weit mit ihm zu einem Spezialisten nach Ahlen. Zum Glück ist Benny ja inzwischen ein routinierter „Autofahrer“ und eigentlich immer sehr ruhig während der Fahrt. Es steht ihm nun nämlich eine ca. dreistündige Fahrt bevor. Am nächsten Mittwoch wird er dort erwartet und der operierende Tierarzt wird dann versuchen, den Polyen endoskopisch / otoskopisch zu entfernen. Wir hoffen so sehr, dass das gelingt. Sollte sich herausstellen, dass der Poly dafür zu groß ist oder man nicht mehr dran kommt, ist er dort in guten Händen und wird dann operiert.

Wir werden über den Verlauf hier berichten. Wenn für Benny alles ausgestanden ist und er endlich wieder gesund ist, suchen wir für den kleinen Kerl ein sehr liebevolles Zuhause. Unser aller Herzen hat der Kater im Sturm erobert. Er ist so lieb, so lebensfroh und tapfer. Ein unglaublich toller und liebenswerter Schatz.

Wer für Bennys Operation und unsere anderen Notfellchen spenden möchte kann das gern auf das Konto des Vereins DE42256900090441116100 bei der Volksbank eG Nienburg,
BIC: GENODEF1NIN.

Bitte dran denken: … wer eine Spendenbescheinigung braucht, bitte Namen und Anschrift hinterlassen.

Das kann es auch sein …

… unser großer Schmusekater Popeye hat uns ja bereits so einige Male Sorgen bereitet … FIV positiv, die Zähne abgebrochen und kaputt, ein Nabelbruch … und eine chronische Bronchitis. Und darum soll es in diesem Bericht nun gehen. Chronische Bronchitis, Asthma bei Katzen. Im Bericht der Zahn-Tierärztin steht genau das als Nebenbefund. Vermutlich enstanden aus einer nicht ausgeheilten Infektion.

Popeye ist ein ca. 7 Jahre alter Kater, der sein ganzes Leben draußen verbracht hat. Nur zu den Operationen und Behandlungen war er bisher in menschlicher Obhut. Nach der Genesung hatte er stets sein altes „Streunerleben“ wieder aufgenommen. Bis Dezember 2020. Nach seinem Nabelbruch haben wir uns entschieden, ihn nicht mehr nach Draußen zu entlassen und haben zum Glück für ihn eine ganz liebevolle Pflegestelle gefunden. (Wir sind uns ziemlich sicher, dass diese Pflegestelle den Knuddelkater nie wieder hergibt ;-))

So hört es sich an wenn Popeye einen Hustenanfall bekommt. Auch danach ist seine Atmung noch eine Weile rasselnd und schwer. Wir hoffen, dass sich seine Atemwege mit der Zeit doch noch weiter erholen können ohne den Befall durch die Lungenwürmer.

Natürlich war uns und seiner Pflegefamilie sofort aufgefallen, dass er doch ziemlich häufig hustet, also eine Art Asthma-Anfälle erleidet. Das hört sich schlimm an und man merkt deutlich, dass er Probleme beim Atmen hat. Ist der Anfall vorbei, bleibt noch eine ganze Weile ein rasselndes Atemgeräusch bestehen. Irgendwann beruhigen die Bronchien sich wieder und der Spuk ist vorbei. Solche Anfälle können natürlich viele Ursachen haben, wie zum Beispiel eine Infektion mit Bakterien oder Viren. Auch Allergien können eine chronische Bronchitis oder Asthma auslösen, genau wie bei Menschen auch. Und ganz selten sind eben auch Parasiten oder Pilze für eine solche chronische Erkrankung verantwortlich.

Bei Popeye waren wir immer davon ausgegangen, dass er irgendwann in seinem Leben eine Bronchitis gehabt hat, die aufgrund eines mangelnden Tierhalters, unbehandelt blieb und somit chronisch werden konnte. Eine bakterielle Infektion hätte man mit einem Antibiotikum behandeln müssen. Auch bei einer Virusinfektion hätte Popeye ein Antibiotikum bekommen.
Bleiben die Bronchien bei der Katze längere Zeit entzündet, kann eine Bronchitis chronisch werden. Dauerhafte Beschwerden wie Atemnot sind dann möglich. Bei einer Allergie passiert ähnliches. Ohne Behandlung und Medikamente wird es chronisch und ein Asthma bronchiale entsteht.

Wir hatten nun also mit unserem (Popeyes) Tierarzt zunächst vereinbart, dass wir beobachten, wie häufig diese Anfälle auftreten und wie heftig diese dann sind, um ihn dann gegebenfalls mit Medikamenten zu unterstützen. Bronchienerweiternde Medikamente und auch Cortison werden beim felinen Asthma häufig eingesetzt. Das lindert allerdings „nur“ die Symptome, eine Heilung ist damit nicht möglich.

Und dann, eines morgens, erreichte uns aus der Pflegefamilie ein Foto auf dem Handy mit der Frage was das sein könnte …

Ein ausgehusteter Lungenwurm hat uns erst auf die richtige Spur gebracht. Der Befall war vermutlich der Auslöser für die chronische Bronchitis bei Popeye.

Dieses „kleine“ Teil hatte Popeye an diesem Morgen beim Husten mit ausgeworfen und glücklicherweise hat seine Pflegemutti gleich reagiert und nachgesehen. Da der Wurm ganz eindeutig aus seinem Mund kam und nicht etwa „hintenrum“ ausgeschieden wurde, lag die Vermutung nahe, dass es sich um einen Lungenwurm handeln könnte.

Popeye war zuvor mehrfach mit einem gängigen Parasitenmittel behandelt worden … und trotzdem spuckte der arme Kerl diese ekeligen Würmer aus seiner Lunge. Selbstverständlich haben wir diesen Wurm dem Tierarzt gezeigt er verschrieb Popeye ein anderes Mittel, welches auch gut gegen Lungenwürmer wirkt. Er bekommt nach wie vor sehr sehr regelmäßig dieses Präparat und auch den Kot haben wir zwischenzeitlich auf Wurmeier untersuchen lassen … Es ist so kein Lungenwurm mehr nachzuweisen …der Husten allerdings ist noch da.

Popeye hat sich vermutlich eine sehr lange Zeit mit diesem „Untermieter“ herumgeschlagen. Da ihn ja draußen niemand regelmäßig gegen Prasiten schützen konnte, hatten die Lungenwürmer freie Bahn und haben sich regelrecht in Popeyes Atemwegen eingenistet.

Lungenwürmer bei Katzen werden immer häufiger. Und oft werden sie vom Halter so gar nicht erwartet. Auch eine Kotuntersuchung zeigt nicht immer eindeutig einen Befall. Schützen kann man seine Tiere nur durch die regelmäßige Verabreichung geeigneter Präparate.

Katzen mit Freigang sind sehr gefährdet. Der Lungenwurm vermehrt sich zwar in den Atemwegen der Katze, aber verbreiten tut er sich über Zwischenwirte wie Vögel oder Nagetiere. Die Wurmlarven, die mit dem Kot der Katze ausgeschieden werden, werden von diesen Transportwirten aufgenommen und wenn dann die Katze einen dieser Wirte frisst, wandern diese Larven vom Verdauungstrakt der Katze in die Atemwege und werden dort zu Würmern.

Husten, Niesen, Augen- und Nasenausfluss und Atemnot können Anzeichen eines Lungenwurmbefalls sein. Und häufig werden diese Symptome auch mit anderen Erkrankungen verwechselt oder in Zusammenhang gebracht. Einige infizierte Tiere haben auch gar keine erkennbaren Symptome, so dass die Dunkelziffer der erkrankten Tiere vermutlich höher ist als angenommen.

Welpen und Katzen mit schwachem Immunsystem leiden häuig unter den stärksten Symptomen. Durch das „Katzenaids“ bei Popeye hatten die Würmer leichtes Spiel. Wir hoffen nun, dass seine Atemwege noch nicht dauerhaft geschädigt sind und er sich mit der Zeit erholt. Eines ist klar. Wenn Katzen so schwer befallen sind, dass eine normale Wurmkur nicht mehr ausreicht um sie zu beseitigen, muss man am Ende auch damit rechnen, dass das Tier an den Folgen des Befalls sterben kann.

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