Einfach nur Schrecklich

… ist der Anblick dieser Katze. Wir haben sie Glenny gennant. Sie ist seit Jahren in einer größeren Katzengruppe unterwegs. Eine süße kleine schwarze Katze … nun hatte die Futtergeberin sie in ihrem Ziegenstall im Heu gefunden. Sie sah sehr krank aus und bewegte sich kaum. Einige Tage sind vergangen bei dem Versuch sie irgendwie einzufangen. Gestern ist es nun endlich geglückt. Die eigentliche Vermutung war, dass sie einen Autounfall hatte. Was dann zum Vorschein kam, ist einfach nur furchtbar. Sie musste solche Qualen ausgehalten haben.

Kein Autounfall, sondern ein Abszess, verursacht durch eine Bissverletzung hat Glennys komplette Wange aufgefressen. Sie muss eine fürchterlich dicke Backe gehabt haben. Der Abszess ist nun aufgegangen und die ganze Wange ist einfach verschwunden. Eiter und Entzündung haben das Fleisch zerstört, ebenso das Zahnfleisch und den Unterkieferknochen. Viel zu lange ist die arme Katze unbehandelt draußen herum gelaufen. Erst als sie nun todkrank in einer Ecke lag ist aufgefallen, dass sie so krank ist.

Sie befindet sich nun in unserer Obhut, weil sie sonst nicht untergebracht werden konnte. Sie wird behandelt mit Antibiotika und Schmerzmittel. Sie hat eine Infusion bekommen, da sie schon sehr ausgetrocknet war. Sie ist dem Tod ganz knapp von der Schippe gesprungen. Ihr Futter hat sie heute Nacht komplett aufgegessen. Also hat sie sich noch nicht aufgegeben und will leben.

Wir müssen nun hoffen, dass Gewebe nachwächst und die Wange wieder verschließt. Wir müssen abwarten, wie sie sich entwickelt. Vor allem muss das Antibiotikum in die Katze.

Leider lässt Glenny sich wieder mal nicht anfassen. Es wäre alles so viel einfacher für alle Beteiligten, wenn sie eine händelbare Katze wäre. Die Gewöhnung an die Hand des Menschen hat man leider mal wieder verpasst.

Glennys Wange. Anschauen auf eigene Verantwortung

Hier ist ein Link, der die Ausmaße der massiven Läsion zeigt. Es ist nichts für schwache Nerven. Deshalb zeigen wir das Foto nur als Link. Jeder muss selbst entscheiden, ob er es ansehen will. Was es aber sehr deutlich zeigt: Eine simple Bissverletzung kann solche Folgen haben, wenn sie nicht versorgt wird.
Man kann erahnen, was die vielen Streuner, die irgendwo im Verborgenen leben so alles erleiden müssen – unbemerkt und ohne jegliche Chance auf Hilfe.
Glenny bleibt nun die Hoffnung, dass die Behandlung greift und die große Wunde irgendwann wieder zugeht. Wir hoffen mit ihr.

walli ist operiert

Vielen, vielen, vielen Dank an alle Spender, die Walli die Operation ermöglicht haben. Die Resonanz auf die Zeitungsartikel ist wirklich überwältigend. Es hat uns sehr gerührt, dass so viele Menschen Anteil am Schicksal einer kleinen Katze haben!

Gestern ist unsere süße Walli operiert worden. Die Ärzte in der Tierärztlichen Hochschule Hannover haben lange gezögert, wir alle haben immer noch gehofft, dass der riesengroße Tumor unter dem Bauch der Katze zumindest ein bisschen kleiner wird durch den Abfall des Progesteronspiegels. Leider hat alles Hoffen letztlich nicht geholfen und die Tierärzte entschieden gestern, dass es Zeit wurde, zu operieren.

Die große Gefahr, die sie dabei sahen und sehen ist die extrem große Wundhöhle. Es stellte sich unter der Operation heraus, dass der Tumor auch bereits nach innen in die Bauchhöhle gewachsen war. Auch hatte er wohl das Zwerchfell schon touchiert, denn dort war ein kleines Loch zu erkennen, welches zugenäht werden musste.

Eine sehr sehr große Operation für die kleine Katze. Den Tag gestern hat sie auf der Intensivstation mit Infusion und Schmerztropf verbracht. Die Ärzte haben uns versprochen, jeden Tag Meldung zu machen, wie es ihr geht. Die Operation hat sie soweit erst einmal überstanden – nun geht es ans Gesundwerden. Sie wird noch eine ganze Weile brauchen, bis sie sich hiervon erholt hat, aber sie ist, wie eigentlich alle Katzen, sehr sehr tapfer.

Wir haben Walli vor der Operation ins Ohr geflüstert, wie viele Menschen an sie denken. Wir sind sicher, dass ihr das bei der Genesung helfen wird!

Wie lange Walli noch im Krankenhaus bleiben muss steht noch nicht fest. Wir berichten weiter über unsere Walli. Wir drücken ihr alle Daumen, dass die Wundheilung nun gut verläuft und keine bösen Überraschungen mehr kommen …

„wie es Früher war“ ist heute oftmals strafbar

An dieser Stelle möchten wir noch einmal aufzeigen, was es heisst, eine Katze oder im Zweifel auch jedes andere Tier zu „halten“ und welche Verpflichtungen der „Halter“ damit eingeht.

Leider herrscht, gerade bei uns auf dem Land, immer noch zu oft eine Meinung vor, die sich mit geltenden Rechten und Gesetzen nicht vereinbaren lassen. Was „früher“ so gemacht wurde ist heute längst nicht mehr angezeigt und auch wenn es „immer so gewesen ist“, heißt das nicht, dass es auch erlaubt ist.

Tierschutzgesetz § 2 
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, 1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,

So gibt es in Deutschland ein geltendes Tierschutzgesetz. Dieses gilt selbstverständlich auch für die Katze. Dieses Gesetz besagt, dass niemand einem Tier Schäden, Leiden oder Schmerzen zufügen darf. Tut er es dennoch, macht er sich strafbar.

Tierschutzgesetz § 17 
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
1.ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder
2. einem Wirbeltiera)aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oderb)länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leidenzufügt.

Laut einer Veröffentlichung einer großen Tierschutzvereinigung macht man sich allerdings ebenfalls strafbar durch Unterlassen. Da gibt es Voraussetzungen, denn die Person muss mit dem Tier in einer Beziehung stehen usw. Das sind aber unter anderem der Besitzer oder Betreuer oder jemand der das Tier in eine gefährliche Lage gebracht hat. Wer dann nicht handelt macht sich strafbar. Wird ein Tier nicht füttert, so dass es verhungert, hat derjenige eine Straftat begangen. Durch Unterlassung.

Ihr könnt das nachlesen indem ihr § 17 TierSchG in Verbindung mit § 13 StGB vergleicht und verbindet.

Wie man hier also ganz deutlich erlesen kann: Jeder Halter einer Katze, egal ob das nun ein privater Haushalt oder ein landwirtschaftlicher Betrieb ist, hat die Verpflichtung, sich um das Tier zu bemühen. Es artgerecht zu ernähren, zu pflegen, es tiermedizinisch versorgen zu lassen wenn es verletzt oder krank ist. Das ist keine Ermessenssache des jeweiligen Halters sondern seine vom Gesetzgeber verankerte Pflicht.
Ist die Katze also krank oder verletzt, hat sich der Halter umgehend darum zu bemühen, das Leiden und die Schmerzen abzustellen. Dem Leiden der Katze einfach zuzusehen ist keine Option.

Ein interessanter Beitrag zu der Frage ob man eine Katze trotz Behandlungsmöglichkeit und guter Prognose aus Kostengründen einschläfern darf, haben wir im Internet zu finden.
So heisst es dort: Wenn jemand mit einem Dokument und einer Unterschrift nachweisen kann, dass er sich eine Behandlung, die über z.B. 2000 EUR hinaus geht, nicht leisten kann, könnte er einen Tierarzt dazu bringen, ein Tier trotz der Möglichkeit es zu behandeln, einzuschläfern. Alle anderen Halter (und das werden wohl die allermeisten sein) müssen die Katze/den Hund bei einem Tierarzt entprechend behandeln lassen und können nicht die Einschläferung des Tieres verlangen. Ob ein guter Tierarzt dem Verlangen nachgibt ist allerdings auch dahingestellt.

Katzen vertragen menschliches Essen zumeist nicht. Süßigkeiten und Kakao sind extrem schädlich, sowohl für Katzen als auch für Hunde. Kaffee, Tee –alles Gift für die Tiere.
Wenn der Mensch seine Speisen würzt ist das in der Regel schädlich für den Katzenmagen. Und auch der Verzehr von Schweinefleisch kann böse Folgen haben. Zwiebeln, Schnittlauch, Alkohol usw. – man merkt sehr schnell, die allermeisten unserer Lebensmittel haben im Napf der Katze nichts zu suchen.

Tierschutzgesetz
§ 3 

10. einem Tier Futter darzureichen, das dem Tier erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden bereitet, … ist verboten

Hier stellt sich die Frage, was ist eigentlich mit den Haltern, die ihre Katzen ausschließlich mit Kuhmilch (die zu Durchfallerkrankungen führt) und/oder menschlichen Essenresten füttern? Pulen diese Leute vorher die leckeren Zwiebeln und den Kakao aus dem Futter? Und wie entfernt man starke Gewürze aus gekochten Lebensmitteln? Wenn sie das nicht tun, füttern sie ihre Katzen also mit Futter, welches zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führt, oder?

Tierschutzgesetz
§ 11 

1) Wer (…) 8. gewerbsmäßig, außer in den Fällen der Nummer 1, (…)
b) mit Wirbeltieren handeln
… will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde.

Wer also regelmäßig Katzennachwuchs züchtet und diesen dann verkauft, braucht eine Genehmigung … heißt das doch dann, dass bewusst in Kauf genommener Katzennachwuchs z.B. an einem Hof, der dann gegen Entgelt abgegben wird oder der sogar auf Internetplattformen angeboten wird, als Handel mit Wirbeltieren zu bezeichnen ist, oder? Bei z.B. nur vier unkastrierten Tieren kann schnell eine beachtliche Anzahl zu veräußernder Katzen entstehen.

Tierschutzgesetz
§ 3 
Es ist verboten, ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen,

… Und das gilt übrigens auch für den Nachwuchs. Ein Aussetzen von nicht gewollten Katzenkindern ist ein erheblicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Ein Tierhalter ist in der Verantwortung für sein angeschafftes Tier und auch dessen Nachkommen. Immer.

Wie man hier lesen kann, ganz so einfach, wie manche Menschen sich eine Katzenhaltung heute vorstellen, ist es nicht. Nicht wenige Katzenhalter schrammen jeden Tag an Recht und Gesetz ganz knapp vorbei. Einzig und allein die Tatsache, dass es zumeist keine Kläger gibt, die solche Verstöße gegen geltendes Recht zur Anklage bringen, macht eine derart schlechte Katzenhaltung erst möglich. Verboten bleibt es trotzdem.
Diese Tatsache wollten wir hier gern zu Beginn des neuen Jahres allen Interessierten mit auf den Weg geben.
Es handelt sich hier lediglich um einen kleinen Auszug aus der aktuellen Rechtssprechung. Wir hoffen jedoch, dass der Tenor ankommt. Die Katze/das Tier hat Rechte. Und ein Verstoß gegen dieses geltende Recht ist kein Kavaliersdelikt mehr, wie es „früher“ vielleicht einmal war. Wir hoffen, dass dieser Gedanke auch bei den „ewig Gestrigen“ endlich ankommt und alle Katzen in Zukunft ihrer Art entsprechend gehalten und versorgt werden.

https://www.gesetze-im-internet.de/
Das ist die Quelle woraus wir unsere § zum Tierschutzgesetz in Deutschland kopiert haben. Wer Interesse hat, sollte dort einmal genau nachlesen. Man ist überrascht, wieviele Rechte unsere Tiere eigentlich doch bereits haben. Zum Glück!!!

Ein Merkblatt des Vereins
Tierärztliche Vereinigung  für Tierschutz e. V.
Es geht um die Mindestanforderung bei einer Katzenhaltung.
Hier ist nachzulesen, welche Mindestvoraussetzungen erfüllt sein müssen, wenn man eine Katze halten will.

Die Veröffentlichungen sind urheberrechtlich geschützt,
das Copyright liegt bei der TVT

PS Wer eine schlechte Katzenhaltung oder einen Verstoß gegen das Gesetz beobachtet, kann dieses melden. Es gibt verschiedende Stellen, wohin man sich wenden kann. Zum einen an die jeweilige Ordnungsbehörde oder an das Veternäramt.
Völlig anonym bleibt man bei der „Anonymen Meldestelle“ für Verstöße gegen die Tiergesundheit und den Tierschutz durch die Landesregierung www.laves.niedersachsen.de

Tierschutz, Kastration, Kastrationspflicht, Streunerkatzen, Katzen

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