Wenn Katzen den Kopf schütteln …

Da denkt man, puh, wie schön, ist es, wenn es mal ein bisschen ruhiger wird. Katzenkinder sind aufgrund der Jahreszeit nicht zu erwarten, Bissverletzungen auch eher selten zu behandeln … alle Schützlinge sind froh wenn sie einen warmen Platz haben – und schlafen und kuscheln sich so durch den Tag. Und dann sitzt man da, schaut vom Sofa aus liebevoll den eigenen entzückenden Haustieren zu und denkt … Moment … was ist jetzt los?

Beide Haustiere, Katzendamen, inzwischen sieben Jahre alt, waren bisher eigentlich immer weitestgehend gesund. Die kleine Lotta musste zwar schon mit einem Jahr an der Hüfte operiert werden weil sie vor ein Auto gelaufen war, aber zumindest waren sie und Ziehschwester Lilli frei von schlimmen Viruserkrankungen oder anderen unerwünschten chronischen Dingen geblieben.

Die erste Auffälligkeit war ein Kopfschütteln … immer wieder und mit wachsender Begeisterung. Auch der Besuchskater von nebenan schien mit einem mal massive Probleme mit seinen Ohren zu haben. Der lief sogar eines Tages im Kreis, was auf ein Problem im Innenohr hindeutet. Nun begann die Suche nach Ursachen …Milben! Die mussten es sein (Hoffentlich)! Milben machen genau solche Symptome und sind sehr ansteckend. Sind leicht zu behandeln, zum Glück!!! Aber – es waren keine Milben zu finden!!! Bei keiner der drei Katzen. Es war absolut verhext. Flohkuren, Wurmkuren und Wellnesskuren brachten auch keine Veränderung.

Lotta bekam Fieber. Sie war ganz schrecklich krank. Sie konnte kaum noch geradeaus laufen, so schwach war sie auf den Beinen. Die Vermutung, dass sie eine Bissverletzung hatte, bestätigte sich nicht. Eine Ursache für das hohe Fieber war so nicht zu finden. Sie bekam fiebersenkende Medikamente und ein Antibiotikum und es dauerte eine ganze Weile bis sie ich zu erholte. Danach ging es jedoch weiter mit den merkwürdigen Symptomen. Der Kopf wurde geschüttelt und es schien auch auf dem Rücken irgendetwas zu zwicken oder zu jucken. Vielleicht eine Allergie … ?! Versuchsweise bekam Lotta Cortison. Das schmeckte ihr überhaupt nicht und es führte auch leider zu nichts. Keine Veränderung. Sie schüttelte und zuckte immer weiter.

Lilli schüttelte „zum Glück“ nur den Kopf … zuckte aber nicht. Immerhin. Manchmal dachte ich, ich bilde mir das alles nur ein … Statt der Zuckerei hatte sich nun bei Lilli auf dem Rücken eine Beule gebildet. Ich konnte es gar nicht fassen. Woher kam das denn nun? Mit der Hoffnung auf „nur“ einen Abszess fuhren wir zum Tierarzt. Der konnte die Beule nicht finden und wir fuhren unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Das Ergebnis dieses Ausfluges war eine sehr misstrauische und hoch aufmerksame Katze für die nächte Zeit. Lilli ließ mich erst mal nicht mehr „gucken“ was da auf ihrem Rücken passiert. Vergessen hatte ich die Beule aber natürlich nicht!!! Insgeheim hoffte ich, dass sie von alleine wieder weg gehen würde. Das wäre sooo schön. Da Lilli eine extrem ängstliche Katze ist, die sich schon bei der Verabreichung eines Flohmittels anstellt als würde man sie ermorden wollen und sie zudem noch sehr nachtragend ist, graute mir jedes mal davor, sie zu streicheln und wieder diese Beule unter meinen Fingern zu ertasten. Der Tumor ging natürlich nicht wieder weg, wie erhofft.

Lottas Geschüttel und Gezucke konnte ich dann nicht mehr mit ansehen und sie musste die lange Autofahrt in die Landeshauptstadt über sich ergehen lassen. Auch wenn sie augenscheinlich gesund war und keine Ursachen für ihr merkwürdiges Verhalten zu finden waren, machte ich mir Sorgen um sie. Die Vorstellung in der neurologischen Sprechstunde der Tierärztlichen Hochschule in Hannover sollte nun hoffentlich eine Erkenntnis bringen was mit meinen Tieren los war …

Lotta ist eine sehr liebe Katze und ein guter Patient. Sie hat alles wunderbar mitgemacht und alle neurologischen Untersuchungen waren erst einmal ohne Befund. Allerdings merkte man deutlich, dass ihr sowohl der Kopf, die Ohren als auch der Rücken bei Druck und Manipulation sehr weh taten. Von aussen kann man jedoch weder den Kopf, das Innenohr der Katze noch die Wirbelsäule mit den entsprechenden Strukturen beurteilen. Also wurde eine MRT-Untersuchung vereinbart … mit einer eventuellen sofortigen Operation in der gleichen Narkose, so es denn notwendig wäre … Eine Bullaostetomie stand im Raum, sollte man ein Mittelohrentzündung feststellen. Das war ein großer Schock für mich und wirklich das absolut Letzte was ich mir für Lotta wünschen würde. Bei dieser Operation wird der Gehörgang der Katze ausgeräumt. Man kommt weder von außen noch durch orale Gabe von Medikamten gut an das Innenohr der Katze heran. Wenn dort Keime oder Viren ihr Unwesen treiben, bleibt oft nur noch diese OP. Diese ist nicht ganz ungefährlich für die Katze, denn es laufen viele Nerven am Kopf entlang und es kann passieren, dass die Katze hinterher Schwierigkeiten beim Laufen, der Orientierung hat. Ich habe hin und her überlegt und bin dann zu dem Entschluss gekommen, dass es selbstverständlich eine MRT-Untersuchung geben sollte, aber in jedem Fall erst einmal ohne eine anschließende Operation. Die Vorstellung, binnen weniger Minuten eine Entscheidung darüber treffen zu müssen, ob man Lottas Ohr aufschneiden und ausräumen solle oder nicht war nichts für meine Nerven. Mit diesem Beschluss ging es mir deutlich besser … Recht zügig bekam ich einen Termin für Lotta und wir brachten sie nach Hannover. Sie musste alleine in der Klinik bleiben. (Jeder Tierhalter weiß, wie schwer das ist!!!) Am späten Nachmittag kam dann endlich der Anruf aus der Tiho … mit einem ganz unerwartetem Bericht. Lottas Ohren waren tatsächlich tiptop in Ordnung. Auch die Wirbelsäule war altersgerecht und ohne dramatische Befunde.
Aber … ihre Muskulatur am ganzen Körper arbeitet nicht so wie sie es sollte. Man hatte eine Elektromyografie durchgeführt um die Funktionalität der Nerven und Muskeln zu prüfen. Die Diagnose lautet Myopathie. Eine Muskelschwäche, und zwar am ganzen Körper. Man sagte mir, dass Tumoren so etwas auslösen können. Also wurde noch ein Röntgenbild von der Lunge gemacht und eine Sonografie von den Bauchorganen. Alles in Ordnung. War ich erleichtert!!!!!!
Die Tierärztin erklärte mir, dass man noch eine Biopsie vornehmen könne … dann würde man an mehreren Stellen ein Stück Muskel mit Nerven entnehmen und untersuchen. Lotta müsse dann jedoch 10 Tage einen Halskragen tragen und es sei auch nicht sicher, dass man dann eine Ursache finden würde. Oft bliebe diese unklar. Und an der Therapie würde es auch nichts ändern. Also ließen sie Lotta wieder aufwachen und wir vereinbarten, eine Therapie mit Pragabalin zu versuchen. Das ist ein Wirkstoff, der u.a. gegen neuropatische Schmerzen hilft. Sollte es schlechter werden mit der Muskelschwäche würden wir dann eventuell eine Biopsie nachschieben.

Wir holten Lotta wieder ab. Sie war sehr unruhig, schon während der Fahrt. Zu Hause wollte sie sofort auf ihre Katzentoilette. Sie taumelte immer wieder in die Kiste, setzt sich hin und es passierte nichts! Sie musste so dringend pinkeln und konnte nicht. Wir hatten eine schlimme Nacht!!! Im Halbstundentakt sprang sie auf und setzte sich in ihr Klo. Ohne Erfolg. Es war sehr schlimm und sie tat mir unendlich leid. Wir konnten schnell zum Haustierarzt kommen. Dort bekam Lotta eine Spritze mit einem Medikament, welches die Blasenmuskulatur entspannte. Zu Hause angekommen konnte sie dann im zweiten Anlauf „Pipi machen“. Endlich konnte sie schlafen und sich ausruhen! Vorsorgshalber hatte ich schon diverse Leckerchen eingekauft worin man Medikamente verstecken kann … eines davon funktionierte bei Lotta ganz gut. Die kleine Tablette kaut sie einfach so mit weg. Wer schon einmal versucht hat, Katzen Medikamente zu geben, weiß, wie froh man ist, wenn diese in der Katze verschwunden sind!!!!! Es hilft ihr auch tatsächlich gut. Sie schüttelt deutlich weniger den Kopf und zuckt auch nicht mehr so oft und so stark. Die Myopathie hatte ihr demnach schon zu schaffen gemacht und Schmerzen verursacht.

Die gefürchtete Toxoplasmose kann ebenfalls eine Ursache für Myopathien sein. Die Blutuntersuchung zeigte, dass Lotta in jedem Fall schon einmal eine Infektion gehabt hatte. Jetzt, nach drei Wochen, gab es noch das zweite Blutergebnis. Die IGG Antikörper sind tatsächlich deutlich gesunken. Nun liegt der Verdacht sehr nahe, dass Lotta eine akute Toxoplasmoseinfektion hatte. Eigentlich verläuft diese Infektion harmlos bei Katzen, manchmal kommt es jedoch zu neurologischen Problemen. Das scheint bei Lotta der Fall zu sein.

Während dieses ganzen Prozedere um Lotta konnte Lilli unbemerkt ihren Tag gestalten … Nichts ahnend wurde sie eingesammelt, denn auch Lilli musste nun leider einmal einen RundumCheck über sich ergehen lassen. Der Haustierarzt hatte alle anstehenden Untersuchungen etc. an einem Tag geplant, so dass die Katze (hoffentlich!!!!!) nur ein Mal ihre Todesangst überstehen musste. Unter Narkose wurden die Ohren genau angeschaut, viel Blut abgenommen, die Zähne schön gemacht und vor allen Dingen die Beule genau angesehen!!!! Meine Panik war groß, dass es sich hier um einen bösartigen Tumor handeln würde. Bei einer gut händelbaren Katze wie Lotta ist eine Wundversorgung und eine gute Nachsorge und auch eine Medikamentengabe zwar nicht schön, aber machbar. Wie sollte ich bei Lilli an eine Wunde dran kommen? Jede kleinste Tablette wird von Lilli akribisch aus dem Futter gepult und liegen gelassen. Jeder Tierarztbesuch ist für uns beide Stress pur. Ich hatte wirklich große Angst. Auch Lilli musste alleine in der Praxis bleiben und spät an dem Tag kam dann der ersehnte Anruf. Lilli hatte alles gut überstanden. Die Ohren waren, wie bei Lotta, tiptop. Die Zähne weitestgehend in bester Ordnung und nun auch wieder frei von Zahnstein. Den Tumor haben sich gleich mehrere Tierärzte gut angeschaut und befunden, dass er vermutlich eher nicht bösartig sei. Ein großräumige Entfernung war ihr also erspart geblieben. Eine Biopsie sollte dann die Sicherheit bringen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich war!!! Sehr glücklich über diese Nachricht holte ich meine Katze wieder ab. In dieser Nacht passierte genau das Gegenteil wie zuvor bei Lotta. Die Narkose wirkte noch eine ganze Weile nach und Lilli war dabei so „entspannt“, dass sie mehrfach einfach unter sich pinkelte. Aber, ganz ehrlich … so war es mir sehr viel lieber als anders herum. Es dauerte natürlich ein paar Tage bis Lilli sich von diesem Schock erholt hatte, aber eigentlich ging es dann doch erstaunlich schnell. Vielleicht war sie selber stolz auf sich, dass sie so tapfer gewesen war! Ich war es jedenfalls sehr.
Die Biopsie hat nun Hinweise auf ein Lipom gebracht. Ein Lipom ist eine gutartige Fettgeschwulst. Ich habe gelesen, dass es bei Katzen doch eher selten vorkommt. Es kann größer werden und es kann dann die Beweglichkeit der Katze einschränken oder auf Nerven drücken usw.. Bei Lilli sitzt das Lipom tief unter der Haut, in der Muskulatur. Wir beobachten es genau und hoffen, dass es nie so groß wird, dass es operativ entfernt werden muss. Warum Lilli den Kopf schüttelt wissen wir jedoch immer noch nicht. Der Toxoplasmose-Titer ist auch bei Lilli deutlich erhöht. Vermutlich hat auch Lilli eine Toxoplasmoseinfektion gerade hinter sich und erholt sich nun.

Warum ich diesen Bericht schreibe? Zum einen möchte hier Erkrankungen wie Toxoplasmose, Myopathie und Lipome benennen, damit andere Katzenhalter bei ähnlichen Symptomen ihrer Tiere auch an diese Krankheiten denken. Und ich möchte euch darin bestärken, eurem Gefühl zu vertrauen. Tiere und ganz speziell Katzen verstecken Krankheiten und Schmerzen sehr gut und sehr lange. Wenn eine Katze ihr Verhalten ändert oder ihr auch nur das kleinste „Gefühl“ habt, es könnte etwas nicht in Ordnung sein, lasst sie untersuchen! Ihr könnt euch dann freuen, wenn es etwas Harmloses ist, was wieder verschwindet oder behandelt werden kann und noch mehr könnt ihr euch freuen, wenn ihr rechtzeitig losgegangen seid um Schlimmeres zu verhindern. Leider geht es nicht immer gut aus und ich mache mir wirklich jedes Mal große Vorwürfe, wenn einer unserer Schützlinge draußen stirbt und ich nicht weiß ob wir ihm hätten besser helfen können, wenn wir die Erkrankung nur rechtzeitig bemerkt hätten. Änderungen im Verhalten zu bemerken ist ja nur möglich, wenn man die Tiere auch regelmäßig sieht und das Verhalten beurteilen kann. Bei einer „Draußenkatze“ wäre mir das Kopfschütteln und Zucken nie so aufgefallen und eine Beule hätte ich erst bemerkt wenn sie so groß wäre, dass man sie von außen deutlich erkennen kann. Viele Katzen „draußen“ leiden stumm vor sich hin ohne medizinische Versorgung. Oft genug werden Krankheiten nicht bemerkt und die Katze ist dann einfach irgendwann verschwunden weil sie sich zum Sterben zurückgezogen hat.

Vielleicht hatte das Kopfschütteln bei meinem Tieren gar keine direkte Ursache. Vielleicht war dieses Verhalten nur ein dezenter Hinweis darauf, dass es irgendwo anders ein Problem gibt. Vielleicht waren es aber auch einfach so etwas wie Kopfschmerzen, die meinen Katzen zu schaffen gemacht haben. Leider können uns die Tiere nicht erzählen, wenn sie sich nicht wohl fühlen. Wir können als Halter nur genau hinschauen und versuchen, die kleinen „Fingerzeige“ unserer Lieblinge zu deuten. Bisher hat sich im Nachhinein jeder Verdacht von meiner Seite, dass etwas nicht in Ordnung ist, bestätigt. Ich bin froh, dass ich die beiden gründlich habe untersuchen lassen, auch wenn es sehr aufwändig, für alle anstrengend und nervenaufreibend war. Wir haben Diagnosen und nur damit kann ich meinen Tieren am Ende helfen.

Wenn etwas vorfällt, sollte man handeln ….

… in diesem Fall ist es Gewebe, was vorgefallen ist. Zum Glück bisher nur Fettgewebe und keine Blutgefäße oder Darmschlingen.

Wir berichten hier über eine Hernie, einen Nabelbruch, bei Katzen. Gar nicht so selten kommt diese Bindegewebsschwäche bei ausgewachsenen Katzen vor. Grund kann eine Verletzung sein oder eben eine angeborene Schwäche des Bindegewebes. Dort, wo die Nabelschnur das Kätzchen mit seiner Mama verbunden hat, findet man ein kleines Loch in der Bauchwand, welches sich von selbst verschließt. Manchmal wächst es aber nicht richtig zu und muss schon im Welpenalter operativ versorgt werden. Oder das Loch verschließt sich, reißt aber bei einem Sprung o.ä. wieder auf. Das kann auch Jahre nach der Geburt der Katze passieren.

Mit Hook mussten wir nun schon den dritten Kater wegen eines Nabelbruchs operieren lassen …

Aufgefallen war uns die kleine Beule unter seinem Bauch schon im letzten Jahr. Hook lebt mit seiner Schwester und anderen Besuchskatern an einer Futterstelle von uns. Zum Glück ist er so zutraulich, dass man ihn, so er denn vor Ort ist, wenn wir Essen bringen, auch mal anfassen und untersuchen kann. Ein kleiner weicher Sack war deutlich zu fühlen im hinteren Bereich seines kuscheligen Bauchs. Sehen konnte man noch nichts. Die Beule verschwand auch nicht wieder, also packten wir ihn kurzerhand ein und brachten ihn zum Tierarzt. Zu dem Zeitpunkt war es aber wohl nicht möglich, diese Beule als Nabelbruch zu erkennen und darum sollte der Kater noch einmal wieder kommen. Nüchtern und pünktlich zu einer Untersuchung, ggf. OP in Narkose. Scheinbar hatte Hook das Gespräch gut verfolgt, denn ab diesem Zeitpunkt ließ er sich nicht mehr blicken. Höchstens mal spät am Tag … dann konnte er sicher sein, dass er nicht mehr eingefangen wurde. Der Sommer kam und es wurde noch schwieriger den Kater zu erwischen. Er war viel unterwegs und selten zu sehen. Keine Chance, ihn zum Tierarzt zu bringen. Als es kälter wurde kamen die beiden Katzen zwar wieder etwas näher an ihr Zuhause und blieben auch. Jedoch waren sie zwischenzeitlich so „verwildert“, dass es eine ganze Weile brauchte, bis Hook sich wieder von uns hat bekuscheln lassen. Die Beule war noch immer da und sie war auch größer geworden. Es war inzwischen kalt draußen und bei den Temperaturen wollten wir Hook nicht mit einem kahl rasierten Bauch herumlaufen lassen.

Unser lieber Kater hat alles mit Bravour gemeistert. Wir lieben ihnsehr und wir sind sehr glücklich, dass er wieder gesund ist.

Wir sahen Hook manchmal, aber längst nicht jedes Mal, wenn wir Futter brachten … Sie haben immer ausreichend zu essen und zur freien Verfügung dort stehen. Darum war es schon sehr merkwürdig, dass er trotz des guten Futterangebots nicht an Gewicht zunahm. Er bekam eine Wurmkur. Auch das brachte nichts. Wir hatten das Gefühl, dass er immer dünner wurde. Jetzt war es uns egal. Der Kater hatte eine Beule unter dem Bauch und verlor augenscheinlich Gewicht. Etwas panisch versuchten wir den Kater einzufangen. Wir dachten, wenn wir ihn mit der Falle fangen, ist es für alle nicht so stressig. Hook zeigte uns den Vogel. Er wusste genau, dass wir etwas planten. Als wir kamen, standen beide Katze dann laut weinend vor Hunger (das Futter war in der Falle) um uns herum. Kurzentschlossen schnappten wir uns den süßen Kater, trugen ihn quer über das Grundstück und steckten ihn in eine Transportbox. Am Ende überhaupt kein Problem. Nun musste Hook noch zwei Tage warten bis wir ihn endlich dem Tierarzt vorstellen konnten. Wir hatten unseren kleinen Freund in einen Zimmerkäfig gesteckt. Das fand er so dermaßen blöd, dass er sich nachts einfach durch das Gitter gequetscht hatte. Also wohnte Hook nun in der Wohnung. Im Badezimmer. Das fand er zumindest nicht ganz so schlimm wie den Zimmerkäfig. Wir machten uns große Sorgen um ihn und befürchteten das Schlimmste, denn von einem Nabelbruch war bisher nie die Rede gewesen.

Dann kam endlich der Tag, an dem der Tierarzt ihn anschaute. Hook war sehr lieb und ein vorbildlicher kleiner Patient. Sieben Jahre ist er alt und kennt weder in Wohnungen zu leben, Auto zu fahren, Transportboxen und regelmäßige Tierarzbesuche. Er meisterte alles mit Bravour. Es war ganz schnell klar, die Beule unter seinem Bauch war ein Nabelbruch. Wir waren soooooo erleichtert, diese Diagnose zu bekommen!!!! Kein bösartiger Tumor!

Wir bekamen einen OP-Termin für die kommende Woche. Hook blieb bei uns und musste sich nun in seinem kleinen Badezimmer vergnügen. Er machte das super. Wir haben viel mit ihm geschmust und ihn ordentlich verwöhnt. Am OP Tag verlief alles ruhig und wir konnten ihn am späten Nachmittag wieder abholen. Mit einem Halskragen auf dem Kopf! Hook hatte bis dahin wirklich alles super gut gemeistert, aber das war nun zu viel für ihn. Er kam mit diesem Ding überhaupt nicht zurecht. Irgendwann in der frühen Nacht fand ich ihn dann dreibeinig laufend vor. Er hatte ein Vorderbein mit in den Kragen gesteckt. Er kam gar nicht zur Ruhe, so dass wir dann die Nacht bei ihm im Badezimmer verbracht haben. Auf keinen Fall wollte er alleine bleiben. Man muss hier wissen, dass Hook und seine Schwester Tinkerbell ein sehr enges Verhältnis haben. Bis heute kuscheln die beiden zusammen, gehen gemeinsam das Revier erkunden, auf die Jagd, treffen sich zum Essen, putzen sich und schlafen gemeisam in ihren Bettchen. Man merkt es Hook sehr an, dass er alleine nicht gut sein kann. Er braucht den Körperkontakt. Da seine Schwester nicht zur Verfügung stand, nahm er eben mich als Schmusekissen. Sobald ich mich neben ihn legte war er ruhig und zufrieden.

Nun sollte der Kragen aber ja 10 Tage getragen werden. Eine Utopie! Und die Aussicht darauf die kommenden 10 Tage auf den Fliesen im Bad zu nächtigen … Wir versuchten es mit einem Body. Das sah witzig aus und es schien zunächst auch so, als würde das besser klappen … bis zu dem Zeipunkt, an dem er sich mit den Hinterbeinen in dem Teil verhedderte und gar nicht mehr vorwärts kam. Das war also auch keine Option. Ein anderer Halskragen wurde probiert. Ein wirklich tolles Teil. Viel besser als die Platikkragen. Aus Schaumstoff und gerade abstehend, so dass das Sichtfeld nicht so eingeschrtänkt ist. Zunächst schien er damit einverstanden zu sein … bis er sich auch aus diesem Teil irgendwie befreien wollte und wieder mit der Pfote im Kragen steckte … Hook oder vielleicht besser Houdini … ein echter Befreiungskünstler.

Endlich hatte er seinen Platz gefunden. Auf dem Esszimmerstuhl konnte er sich entspannen und der Wunde die Zeit zum Heilen geben.

Wir gaben auf und nach vier Tagen mussten wir ihm einfach vertrauen. Eigentlich ging das auch ganz gut. Er leckte nicht ständig an seiner Wunde herum. Aber ein bisschen daran manipuliert hatte er wohl doch, denn die Narbe war leicht gereizt. Um ihn ein bisschen abzulenken, bekam Hook Freigang in der Wohnung. Das war gar nicht so einfach, denn immerhin leben da auch noch zwei andere Katzen. Logistisch eine kleine Herausforderung … aber als Hook aus dem Bad heraus konnte und im Esszimmer seinen Liebelingsstuhl gefunden hatte, wurde es besser. Er war sehr zufrieden und schlief sehr entspannt.

Der Kontrolltermin beim Tierarzt verlief gut. Alles war ganz gut verheilt und die Entlassung in die Freiheit stand kurz bevor. Ein bisschen Sorge hatten wir schon, denn die Temperaturen lagen immer noch im einstelligen Bereich und Hook hatte immerhin einen nackten Bauch und auch viel Unterwolle gelassen in der warmen Wohnung. So gern hätten wir ihn gleich weiter vermittelt in ein schönes Zuhause, wo er alle Räume zur Verfügung hätte und jederzeit zum Kuscheln hätte kommen können. Aber ohne seine Schwester wollten wir ihn nicht vermitteln. Tinkerbell ist keine solche Schmusekatze wie Hook. Sie ist vorsichtig und bräuchte vermutlich Zeit und Geduld und vielleicht fände sie ein Leben in einer dicht besiedelten Umgebung gar nicht so toll. Also blieb uns zunächst nichts anderes übrig, als Hook nach nunmehr 14 Tagen Aufenhalt wieder in die Freiheit zu entlassen.

Wer nun denkt, dass er beleidigt weggelaufen wäre … NEIN. Im Gegenteil. Wir sind zusammen sein Revier abgelaufen und haben nach seiner Schwester Ausschau gehalten. Er hat sich streicheln lassen und nahm es uns definitiv nicht übel, dass wie ihn zwei Wochen interniert hatten. Er ist eben ein absoltuer Traumkater und wir lieben ihn sehr! Die nächsten Tage sahen wir täglich nach ihm. Es ging ihm gut.

Nach 14 Tagen wieder in seinem Zuhause. Es gab viel zu kontrollieren und zu prüfen, was sich während seiner Abwesenheit so zugetragen hatte.

Auch wenn das Gewebe, was da aus seinem Bauch guckte, hier zum Glück bisher nur Fettgewebe war, hat es ihn ganz offenbar doch gestört. Er hat in den Tagen nach der OP deutlich besser gefressen als vorher. Wir sind sehr froh, dass dieses Thema nun endlich vom Tisch ist und alles gut verlaufen ist. Mit einem Nabelbruch sollte man nicht sorglos umgehen. Wenn sich Darmschlingen oder Blutgefäße in dem Loch verklemmen und dann also Kot nicht passieren kann oder die Blutzufuhr abgeschnitten wird, kann das Ganze auch schnell lebensbedrohlich werden. Wenn man dann auch noch ein Tier hat, dass man nicht jederzeit kontrollieren kann weil es zu scheu ist oder, wie unser süßer Freund, den ganzen Sommer auf Achse ist … kann es schnell heikel werden.

Es ist zum Glück alles gut ausgegangen und wir freuen uns nun alle gemeinsam auf den Sommer.

Wer Hook und seiner Schwester ein Zuhause schenken möchte, kann sich gern bei uns melden. Mit dem schönen Kater hätte man einen absoluten Traumkater und mit etwas Zeit und Geduld würde sicher auch Tinkerbell die Vorzüge menschlicher Obhut zu schätzen wissen. Die beiden sind 7 Jahre alt und die Zipperlein fangen allmählich an. Die beiden können dort, wo sie momentan leben, zwar ein tolles Katzenleben führen … eine gute Kontrolle ihres Gesundheitszustands können wir so aber natürlich nicht gewährleisten. Es ist immer besser, wenn die Tiere ein richtiges Zuhause haben, wo man nach ihnen sieht, wo es auffällt, wenn sie krank sind und wo sie gut versorgt und geliebt werden.

Endlich wieder vereint. Ein Katzengeschwisterpaar, das man nicht trennen darf. Hook und Tinkerbell suchen gemeinsam nach einem für beide passendes Zuhause.

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