Wenn die Katze einen Namen bekommt …

Dank an Spender / Rodewalder Verein hofft auf Einführung der Kastrationspflicht in der Gemeinde

Der Verein Glückskatzen – Tierhilfe in Rodewald e.V. kümmert sich in Rodewald um jene Katzen, die namenlos ihr Dasein in Schuppen, Garagen und anderen Verstecken fristen. „Jeden Tag muss jedes Tier den Kampf ums Überleben antreten. Einige schaffen es irgendwie, viele sterben an Krankheiten, Hunger, Parasiten“, berichtet der Vereinsvorstand.

Der kleine Freddy kam mit Katzenschnupfen zum Verein. Er konnte rechtzeitig behandelt werden, bevor der Schnupfen chronisch wurde. „Jetzt glänzen seine Augen wieder, wie es sich für ein Katzenkind gehört“, freut sich der Verein.

Durch die Arbeit rund die Streunerkatze sei das Elend dieser Tiere jedoch bereits ein bisschen mehr in das Blickfeld der Bürger in Rodewald getreten. Immer mehr Menschen würden sich bei Vereinsmitgliedern melden und um Hilfe für die leidenden Tiere bitten. Vor allem die Problematik der unkontrollierten Vermehrung würde von vielen nun wahrgenommen. Fragen nach Kastration und Behandlungsmöglichkeiten nähmen zu. „Viele wollen das Katzenleid nicht mehr mit ansehen“. Dieser Trend freut die Vereinsvorsitzenden sehr und sie rufen weiterhin auf, alle Katzensichtungen zu melden.

Die große Hoffnung der Vorstandsmitglieder Birgit Schneider, Heike Husmann und Dr. Amelie Kraemer ist, dass der Samtgemeinderat dem bereits im Mai eingereichten Antrag auf die Einführung einer Kastrations- und Registrierungspflicht in Rodewald nachkommt und bereits in diesem Winter mit größer angelegten Kastrationsprojekten einer ungewollten Vermehrung im nächsten Frühjahr vorgebeugt werden kann.

„Ein toller Erfolg war die Aktion in Rodewald-Neudorf Anfang 2017. 13 Katzen und Kater konnten kastriert werden. Und das Beste: in diesem Frühjahr musste niemand kleine Katzenbabys totgefahren von der Straße holen“, freut sich Birgit Schneider, 1. Vorsitzende des Vereins. Ungewollter Nachwuchs blieb aus. Den Tieren geht es gut. Sie werden mit Futter und Fürsorge versorgt. „Ermöglicht hat diesen Erfolg nicht zuletzt die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung. „Für die tolle Unterstützung bedankt sich der Verein Glückskatzen noch einmal ausdrücklich. Auch noch vielen weiteren Katzen konnte mit dem Spendengeld bereits geholfen werden“, so die Rodewalderin.

Ein großes Problem für den Verein ist die derzeit hohe Anzahl erkrankter Tiere: furchtbarster Katzenschnupfen, Autoimmunkrankheit mit offenen Pfoten, alte Knochenbrüche mit Arthrose, Entzündungen, Tumoren, verletzte Augen, extremster Parasitenbefall, Unterernährung und mehr. „Manche Tiere sind einfach so krank, dass wir sie erlösen müssen. Solch gravierende Krankheitsverläufe findet man bei Tieren, die in menschlicher Obhut leben, glücklicherweise selten“, so Dr. Amelie Kraemer. Viele der aufgegriffenen Katzen sind momentan überdurchschnittlich lange beim Tierarzt, weil eine Behandlung oder gar Operation notwendig wird.

Die kleine Maja kam als Notfall in die Sprechstunde. Sie wäre beinahe an Blutarmut, verursacht durch massiven Flohbefall, gestorben.

Stellvertretend für alle Patienten bittet Maja darum um Spenden. Die kleine Katze ist mit ca. 10 Wochen völlig erschöpft aufgefunden worden. Fast verhungert, stark unterkühlt und ausgetrocknet. Mehr als 1 kg hätte sie wiegen müssen, es waren kaum 700 g. Der Grund, warum das Katzenkind dem Tod so nahe war, war der extreme Flohbefall. Bei jungen Katzen oder geschwächten Tieren kann ein massiver Befall eine lebensbedrohliche Blutarmut verursachen. Die Tiere werden regelrecht ausgesaugt. Drei Tage lang bekam sie eine Intensivbehandlung beim Tierarzt, dann war sie endlich über den Berg. „Die Hilfe für Maja hätte keine Sekunde später kommen dürfen. Für ihre Geschwister konnten wir nichts mehr tun“, bedauert Birgit Schneider.

„Das kleine Katzenmädchen hat Glück gehabt. Sie wurde gesehen, sie bekam einen Namen und wir konnten ihr helfen“, so der Verein. Wer dem Verein helfen möchten, kann auf das Glückskatzen-Konto Nr. IBAN: DE42256900090441116100, BIC: GENODEF1NIN, Volksbank eG Nienburg, spenden. Wer eine Katze, oder eine größere Population von Katzen melden möchte, kann dieses unter der Telefonnummer 01525 1592772 oder Email an post@glueckskatzen-rodewald.de tun.

Bei der Kastration von Lucky stellte sich heraus, dass er unter massiven Arthrosen als Folge unbehandelter Knochenbrüche leidet.