Shy – auf kranken Sohlen

AKTUALISIERUNG: Endlich kann Shy wieder ihre Freiheit genießen. Nach einem halben Jahr Therapie mit verschiedenen Medikamenten hat nun endlich eines geholfen. Die Pfoten sind abgeheilt und zu. Auf allen vier Füssen ist sie zurück in Ihrem alten Zuhause.


An einer unserer Futterstellen war aufgefallen, dass auf einem Kissen/Schlafplatz blutige Flecken hinterlassen wurden. Und das über einen längeren Zeitraum. Nun galt es, festzustellen, wer diese Spuren hinterlassen hatte. Sehr bald erfuhren wir, dass eine der Katzen auf drei Beinen lief. Zunächst vermuteten wir einen Beinbruch, da man so keine blutige Verletzung erkennen konnte. Die Tiere lassen sich ja leider nur aus der Entfernung anschauen. Es war also unklar, ob dieses Tier die Blutspuren hinterließ oder noch eine andere Katze verletzt war. Unsere Kamera kam zum Einsatz. Wir richteten sie direkt auf den Schlafplatz mit den besagten Flecken. Dann war es klar. Die Katze auf drei Beinen war diejenige, die auch die Blutflecken verursachte.  Da diese Katze nicht anfassbar und schon gar nicht in eine Transportbox zu bekommen ist, konnten wir es nur mit der Lebendfalle probieren. Alle möglichen Katzen haben in der Falle gesessen, bloß nicht unser Patient. Es hat zweieinhalb Wochen  gedauert bis wir endlich die Richtige gefangen hatten. Schon in der Falle hatte sie Blut verteilt … schnellsten zum Tierarzt.

Shy bekam sofort eine leichte Narkose um sie anschauen zu können. Was dann zum Vorschein kam war wirklich grausam. Shy hat eine Autoimmunerkrankung. Sie leidet an plasmazellulärer Pododermatitis.

Die Sohlenballen schwellen an und werden rissig. Es kommt zu schmerzhaften Geschwüren und  Sekundärinfektionen. Die Haut unter den Ballen reisst auf. Shy hatte an drei Pfoten keine Haut mehr unter den Ballen. Den am schlimmsten betroffenen Fuß hatte sie bereits nicht mehr benutzt. Aber es blieb ihr ja nichts übrig – die anderen drei Pfoten musste sie einsetzen, trotz wahrscheinlich entsetzlicher Schmerzen. Woher diese Erkrankung kommt, weiss man nicht genau.

 

Shy ist nun in unserer Obhut und bekommt eine Cortisontherapie. Die Pfoten werden wieder zuheilen, allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese Symptome wieder auftreten.  Dann müsste sie erneut mit Cortison versorgt werden. Das macht es für uns schwierig. Denn wieder draussen werden wir ihre Pfoten von unten nicht ansehen können. Auch die Medikamentengabe wird schwierig, da sie ja zusammen mit 18 anderen Tieren lebt, die die „Leberwust“ mit der Tablette auch nicht verschmähen.

Für Shy wäre es eigentlich optimal, wenn sie ein eigenes Zuhause mit Freigang bekäme. Wir suchen für sie einen Tierfreund, der Geduld mit ihr hat und sie so nimmt, wie sie ist. Wie denken, mit der Zeit wird auch sie sich an den engen Kontakt zum Menschen gewöhnen. Hier sind Leute mit Katzenverstand gefragt, die sie im Auge haben, aufmerksam sind und ihr, wenn es notwendig wird, die medizinische Versorgung zukommen lassen.

Wenn ihr Shy und uns helfen möchtet, meldet euch gern bei uns telefonisch oder per Email.