Große Kastrationsaktion im Nachbarort

Das Katzenelend und die Problematiken um nicht kastrierte, obdachlose Katzen hört nicht an der Landkreisgrenze auf … und da Rodewald nun einmal am Ende des LK Nienburgs liegt und damit in direkter Nachbarschaft zur Region Hannover und dem Heidekreis, kommt es vor, dass wir auch in „fremden Gewässern“ fischen müssen … denn eins ist ja klar: den Katzen ist es ziemlich schnuppe, in welchem Landkreis sie sich gerade aufhalten und welche Behörden für sie zuständig sind. Und wenn es im Nachbarort ein Problem mit zu vielen unkastrierten Katzen gibt, dann kann man davon ausgehen, dass dieses Problem über kurz oder lang weiterwandern wird.

Zudem tun wir stets unser Möglichstes, möglichst vielen Katzen zu helfen. Egal wo.
Nun sind wir also in Laderholz gelandet. Seit Jahren schon gibt es dort einen Hotspot. Die ganze Nachbarschaft ist inzwischen involviert … wie immer … die einen wollen sie gern füttern und die anderen am liebsten dort weg haben. Die vielen Katzen koten die Gemüsegärten voll und wenn die Zeit der Jungtiere da ist, laufen die hungernden Mütter mit ihren Kindern auf der Suche nach Fressbarem durch die Gegend. Viele können das verständlicherweise einfach nicht ertragen und stellen ihnen einen Teller Futter hin. Das ist auch wirklich lieb gemeint und immerhin ist es diesen Menschen nicht völlig egal was da vor ihrer Haustür passiert – aber, damit ist es leider nicht getan. Das Leid dieser Tiere verlagert sich dadurch nur an einen anderen Ort. Da diese Katzen sich in der Regel nicht anfassen lassen, sind die Leute zumeist rat- und hilflos im weiteren Umgang mit diesen Tieren.

Immer noch ist es in der Bevölkerung nicht angekommen, dass es sich bei Katzen um Haustiere handelt und diese, genau so wie Hunde, unter das Fundrecht fallen! Einen streunenden Hund würde niemand ignorieren, es wäre jedermann klar, dass hier die Ordnungsbehörde informiert werden muss, damit das Tier dem Halter zurück gebracht werden kann oder ins Tierheim kommt. Bei Katzen ist das immer noch anders. Leider.

Werden die betroffenen Menschen dann durch uns informiert, hören wir eigentlich immer das Gleiche: „Das wussten wir nicht!“ Meist ist die Erleichterung, dass es tatsächlich eine Lösung für das Katzenproblem gibt, sehr groß und angebotene Hilfe, z.B. beim Einfangen der Tiere etc. wird sehr gern angenommen. Viele Bürgerinnen und Bürger sind auch bereit zu unterstützen und nicht wenige stellen sich später als „Futterstelle“ zur Verfügung.

Man merkt, es funktioniert … eigentlich! Obwohl immer wieder in Zeitungen oder auch mal im Fernsehen über die Problematik der obdachlosen Katzen berichtet wird, ist es nicht klar, welchen Status die Katze hat und wie mit ihr als Fundtier oder vermeintlicher Streuner umzugehen ist. Wir zeigen es hier noch einmal kurz auf:

Wer eine Katze findet oder bemerkt, dass diese augenscheinlich ohne einen Halter ist, z.B. nicht weiß, woher sie Futter bekommt oder keinen richtigen Unterschlupf, kein Zuhause hat, der hat ein FUNDTIER vor sich.
Fundtiere, auch Katzen!, fallen in Deutschland unter das Fundrecht. Die Tiere müssen der zuständigen Behörde, dem Fundbüro oder der Ordnungsbehörde, gemeldet werden. Sie dürfen nicht einfach so behalten werden! Man kann unter Umständen mit der zuständigen Behörde vereinbaren, dass man das Tier so lange in Obhut behält, bis der Halter gefunden ist, aber man muss die Katze melden!!! Sollte sich nach 6 Monaten kein Halter ermitteln lassen, kann man, in Absprache mit der Behörde, das Tier behalten.

Das Tier hat als Fundkatze auch ein Anrecht darauf, ordnungsgemäß verwahrt zu werden, wenn man es nicht in Pflege nehmen will. Dann muss die zuständige Behörde dafür sorgen, dass die Katze artgerecht untergebracht und versorgt wird. Das geschieht zumeist in einem Tierheim, welches mit der jeweiligen Gemeinde einen Fundtiervertrag abgeschlossen hat. Die Gemeinde kommt finanziell für die Versorgung und Unterbringung der Katze auf und bestimmt auch über den Aufenthaltsort der Katze.

Wichtig ist, dass eine Fundkatze wirklich zügig gemeldet wird. Oft lässt sich die Katze nicht so einfach kriegen, denn Katzen sind sehr vorsichtige Tiere. Fremden Menschen gegenüber in einer fremden Umgebung sind sie sehr skeptisch und auch die schmusigsten Tiger lassen sich häufig nur mit „Trick 17“ (z.B. einer Lebendfalle) einfangen. Diese bekommt man in der Regel bei jedem Tierschutzverein ausgeliehen. Mit leckerem Futter und ein bisschen Geduld geht jede Katze „in die Falle“. Ist die Katze gefangen, wird versucht ein Chip auszulesen, damit man einen Halter ermitteln kann. Das Chippen und Registrieren des Haustiers Katze wird immer häufiger Pflicht. Man hat also eine gute Chance, den Besitzer zu finden. Falls das Tier nicht gechippt ist, wird es in Obhut genommen und versorgt.

In jedem Fall ist die Katze „von der Straße“ verschwunden … kann sich nicht unkontrolliert fortpflanzen und wird tierärztlich betreut und gefüttert. Wird die Katze aber sich selbst überlassen und ist nicht kastriert, könnt ihr davon ausgehen, dass ihr sehr bald Katzennachwuchs bekommt und dieser nach einem halbenJahr wieder und der dann auch wieder usw. usw. usw. Ein Hotspot ist enstanden. Mit steigender Anzahl der Tiere wird auch das Elend größer. Hunger, Krankheiten und Verletzungen sind an der Tagesordnung. Einige Tiere wandern ab, lassen sich woanders nieder und das gleiche Spiel geht von vorn los …

Es ist so einfach, all das zu verhindern. Geht aufmerksam durchs Leben und übernehmt Verantwortung. Ein Anruf und vielleicht ein paar Tage Arbeit und Mühe können so viel Elend von so vielen Tieren verhindern.

Macht den Anfang und meldet eine augenscheinlich obdachlose Katze immer den Behörden. Ihr seid nun informiert und wisst, dass solche Katzen Fundtiere sind und welche Rechte sie haben. Besteht immer darauf, dass dem Tier und euch geholfen wird. Wir und viele andere Tierschutzvereine werden euch gern unterstützen, so viel uns möglich ist! Aber ohne euch und euer Handeln werden wir das Problem der obdachlosen Katzen nicht in den Griff bekommen. Es sind einfach immer noch zu viele!

Eure Hilfe ist gefragt!