Glenny hat es nicht geschafft

Leider ist unsere kleine Glenny nicht mehr bei uns. Ganz plötzlich, von einem Tag auf den anderen ging es ihr schlecht. Es war natürlich wieder ein Samstag. Sie hatte die Nacht zuvor noch gut gefressen, die Toilette benutzt, alles schien gut … Aber irgendwie sah sie nicht gesund aus. Sie guckte traurig aus ihrer Höhle und das Köpfchen konnte sie kaum oben halten. Das Futter, die Leckerchen mit den Medikamenten direkt vor der Nase – nichts wollte sie essen. Es wurde auch nicht besser. Gegen Mittag riefen wir den Tierarzt an. Wochenende … auch ein Tierarzt hat mal etwas anderes vor und war nicht zu erreichen. Also ein anderer Tierarzt. Freundlicherweise konnten wir sofort kommen. Glenny sah wirklich krank aus. Der Tierarzt sagte uns, dass die Augen tief in den Höhlen lägen, sie sei ziemlich ausgetrocknet. Das kann bei großen Infektionen wohl trotz Futter- und Wasseraufnahme passieren. Da Glenny sich nicht anfassen ließ, mussten das Antibiotikum und zwei Schmerzmittel per Spritze durch die Gitterstäbe in die Katze. Das war zunächst das einzige, was wir tun konnten, ohne die Katze wieder in eine Narkose zu legen. Glenny hat sich natürlich sehr aufgeregt. Als wir zuhause waren, konnte sie nicht mal mehr aufstehen. Sie wurde immer schwächer und schwächer. Ihr behandelnder Tierarzt hätte sie noch an dem Abend erlöst – aber Glennys Zustand wurde so rapide schlechter, dass ihr das erspart geblieben ist. Sie ist kurze Zeit später vermutlich doch den Keimen erlegen. Alles deutete auf eine Sepsis hin. Vielleicht waren bereits Bakterien ins Gehirn oder in Lunge gelangt … dort kommt ein Antibiotikum oft nicht ausreichend hin. Niemand hätte ihr mehr helfen können. Mit der toten Glenny sind wir aber noch zur Anschauung in die Praxis gefahren, denn es war für uns alle einfach unfassbar, dass es so schnell so schlecht wurde und sie binnen eines Tages einfach stirbt. Die Wunde sah gut aus, alles war auf einem guten Weg, sogar über dem Kieferknochen war rosa Fleisch zu erkennen. Wenn sie nicht so spät mit der Therapie angefangen hätte, wäre sie vielleicht noch da. Die Eiterkeime hatten zu lange Zeit, sich im Körper zu verteilen. Es ist furchtbar traurig, denn Glenny hat so toll mitgemacht, besser hätte es nicht laufen können. Sie hatte eine gute Chance. Am Ende hat es leider nicht gereicht.
Wir werden Glenny nie vergessen.