Das kann es auch sein …

… unser großer Schmusekater Popeye hat uns ja bereits so einige Male Sorgen bereitet … FIV positiv, die Zähne abgebrochen und kaputt, ein Nabelbruch … und eine chronische Bronchitis. Und darum soll es in diesem Bericht nun gehen. Chronische Bronchitis, Asthma bei Katzen. Im Bericht der Zahn-Tierärztin steht genau das als Nebenbefund. Vermutlich enstanden aus einer nicht ausgeheilten Infektion.

Popeye ist ein ca. 7 Jahre alter Kater, der sein ganzes Leben draußen verbracht hat. Nur zu den Operationen und Behandlungen war er bisher in menschlicher Obhut. Nach der Genesung hatte er stets sein altes „Streunerleben“ wieder aufgenommen. Bis Dezember 2020. Nach seinem Nabelbruch haben wir uns entschieden, ihn nicht mehr nach Draußen zu entlassen und haben zum Glück für ihn eine ganz liebevolle Pflegestelle gefunden. (Wir sind uns ziemlich sicher, dass diese Pflegestelle den Knuddelkater nie wieder hergibt ;-))

So hört es sich an wenn Popeye einen Hustenanfall bekommt. Auch danach ist seine Atmung noch eine Weile rasselnd und schwer. Wir hoffen, dass sich seine Atemwege mit der Zeit doch noch weiter erholen können ohne den Befall durch die Lungenwürmer.

Natürlich war uns und seiner Pflegefamilie sofort aufgefallen, dass er doch ziemlich häufig hustet, also eine Art Asthma-Anfälle erleidet. Das hört sich schlimm an und man merkt deutlich, dass er Probleme beim Atmen hat. Ist der Anfall vorbei, bleibt noch eine ganze Weile ein rasselndes Atemgeräusch bestehen. Irgendwann beruhigen die Bronchien sich wieder und der Spuk ist vorbei. Solche Anfälle können natürlich viele Ursachen haben, wie zum Beispiel eine Infektion mit Bakterien oder Viren. Auch Allergien können eine chronische Bronchitis oder Asthma auslösen, genau wie bei Menschen auch. Und ganz selten sind eben auch Parasiten oder Pilze für eine solche chronische Erkrankung verantwortlich.

Bei Popeye waren wir immer davon ausgegangen, dass er irgendwann in seinem Leben eine Bronchitis gehabt hat, die aufgrund eines mangelnden Tierhalters, unbehandelt blieb und somit chronisch werden konnte. Eine bakterielle Infektion hätte man mit einem Antibiotikum behandeln müssen. Auch bei einer Virusinfektion hätte Popeye ein Antibiotikum bekommen.
Bleiben die Bronchien bei der Katze längere Zeit entzündet, kann eine Bronchitis chronisch werden. Dauerhafte Beschwerden wie Atemnot sind dann möglich. Bei einer Allergie passiert ähnliches. Ohne Behandlung und Medikamente wird es chronisch und ein Asthma bronchiale entsteht.

Wir hatten nun also mit unserem (Popeyes) Tierarzt zunächst vereinbart, dass wir beobachten, wie häufig diese Anfälle auftreten und wie heftig diese dann sind, um ihn dann gegebenfalls mit Medikamenten zu unterstützen. Bronchienerweiternde Medikamente und auch Cortison werden beim felinen Asthma häufig eingesetzt. Das lindert allerdings „nur“ die Symptome, eine Heilung ist damit nicht möglich.

Und dann, eines morgens, erreichte uns aus der Pflegefamilie ein Foto auf dem Handy mit der Frage was das sein könnte …

Ein ausgehusteter Lungenwurm hat uns erst auf die richtige Spur gebracht. Der Befall war vermutlich der Auslöser für die chronische Bronchitis bei Popeye.

Dieses „kleine“ Teil hatte Popeye an diesem Morgen beim Husten mit ausgeworfen und glücklicherweise hat seine Pflegemutti gleich reagiert und nachgesehen. Da der Wurm ganz eindeutig aus seinem Mund kam und nicht etwa „hintenrum“ ausgeschieden wurde, lag die Vermutung nahe, dass es sich um einen Lungenwurm handeln könnte.

Popeye war zuvor mehrfach mit einem gängigen Parasitenmittel behandelt worden … und trotzdem spuckte der arme Kerl diese ekeligen Würmer aus seiner Lunge. Selbstverständlich haben wir diesen Wurm dem Tierarzt gezeigt er verschrieb Popeye ein anderes Mittel, welches auch gut gegen Lungenwürmer wirkt. Er bekommt nach wie vor sehr sehr regelmäßig dieses Präparat und auch den Kot haben wir zwischenzeitlich auf Wurmeier untersuchen lassen … Es ist so kein Lungenwurm mehr nachzuweisen …der Husten allerdings ist noch da.

Popeye hat sich vermutlich eine sehr lange Zeit mit diesem „Untermieter“ herumgeschlagen. Da ihn ja draußen niemand regelmäßig gegen Prasiten schützen konnte, hatten die Lungenwürmer freie Bahn und haben sich regelrecht in Popeyes Atemwegen eingenistet.

Lungenwürmer bei Katzen werden immer häufiger. Und oft werden sie vom Halter so gar nicht erwartet. Auch eine Kotuntersuchung zeigt nicht immer eindeutig einen Befall. Schützen kann man seine Tiere nur durch die regelmäßige Verabreichung geeigneter Präparate.

Katzen mit Freigang sind sehr gefährdet. Der Lungenwurm vermehrt sich zwar in den Atemwegen der Katze, aber verbreiten tut er sich über Zwischenwirte wie Vögel oder Nagetiere. Die Wurmlarven, die mit dem Kot der Katze ausgeschieden werden, werden von diesen Transportwirten aufgenommen und wenn dann die Katze einen dieser Wirte frisst, wandern diese Larven vom Verdauungstrakt der Katze in die Atemwege und werden dort zu Würmern.

Husten, Niesen, Augen- und Nasenausfluss und Atemnot können Anzeichen eines Lungenwurmbefalls sein. Und häufig werden diese Symptome auch mit anderen Erkrankungen verwechselt oder in Zusammenhang gebracht. Einige infizierte Tiere haben auch gar keine erkennbaren Symptome, so dass die Dunkelziffer der erkrankten Tiere vermutlich höher ist als angenommen.

Welpen und Katzen mit schwachem Immunsystem leiden häuig unter den stärksten Symptomen. Durch das „Katzenaids“ bei Popeye hatten die Würmer leichtes Spiel. Wir hoffen nun, dass seine Atemwege noch nicht dauerhaft geschädigt sind und er sich mit der Zeit erholt. Eines ist klar. Wenn Katzen so schwer befallen sind, dass eine normale Wurmkur nicht mehr ausreicht um sie zu beseitigen, muss man am Ende auch damit rechnen, dass das Tier an den Folgen des Befalls sterben kann.