Aktuelles Projekt – Kastration in Rodewald

Seit dem 1.1.2018 gibt es in Rodewald eine Katzenschutzverordnung. Diese besagt, dass jeder Katzenhalter seine Katze, bevor er sie nach draussen lässt, kastrieren, chippen und registrieren muss. Das ist wichtig, damit der ständige Zulauf von Hauskatzen zu Streunerpopulationen und -Katzen aufhört und die unkontrollierten Geburten von nicht gewollten Tierbabys enden.

Alle Katzen, die für eine Kastration eingefangen werden, bekommen einen Ausweis und werden dokumentiert.

Das Chippen und Registrieren ist wichtig, damit ein Halter zugeordnet werden kann wenn das Tier verunglückt oder verloren geht. Mit dem Auslesen des Chips ist klar, wo die Katze zuhause ist und der Halter kann sie sofort z.B. aus dem Tierheim wieder abholen.
Für uns ist es wichtig, damit der Tierarzt erkennen kann, ob die Katze kastriert ist oder nicht. Hält sich eine Katze draussen auf und hat keinen Mikrochip, kann es ihr passieren, dass sie völlig unnötig aufgeschnitten wird, wenn sie bei einer Kastrationsaktion eingefangen wird.

Alle Streunerkatzen, die von unserem Verein kastriert werden, bekommen selbstverständlich einen Mikrochip und werden registriert. Eine notwendige Maßnahme, um einen Überblick über die Anzahl der Tiere und deren Aufenthaltsort zu bekommen und natürlich auch, um zu erkennen, ob eine Katze bereits kastriert ist oder nicht. 

Verletzungen der Tiere, die sonst niemandem aufgefallen wären, weil man die Katze nicht sieht, können nun tierärztlich versorgt werden.

Alle Katzen bekommen einen Tierpass von uns. Sie werden fotografiert, damit man sie erkennen kann und es werden alle Besonderheiten, Erkrankungen, Alter usw. im Pass vermerkt.

Vom 18. Januar bis heute (30. Oktober 2019) haben wir weit mehr als 70 Tiere eingefangen, kastriert und gechipt. Mindestens die Hälfte ist weiblich …

Der Wurf einer Katze besteht in der Regel aus 3 bis 6 Welpen. Gehen wir einmal von nur drei Welpen pro Katze aus, haben wir jetzt schon mit der Kastration erreicht, dass mindestens 100 kleine Katzenbabys, die eigentlich niemand haben möchte, im nächsten Frühjahr gar nicht erst geboren werden. 

Die Hilfsbereitschaft und Mitarbeit der allermeisten Rodewalder ist wirklich toll. Viele Menschen sind sehr froh und dankbar, dass für die Tiere etwas getan werden kann. Über die Unterstützung und das Mitwirken freuen wir uns sehr.

Über den weiteren Verlauf werden hier berichten.

Wir stehen auch weiterhin mit Rat und Tat jedem zur Seite, der sich für die Katzen in der Gemeinde Rodewald einsetzen möchte.

Oktober 2019:

Ein weitere größere Kastrationsaktion findet gerade in Rodewald u.B. statt. Ein Anwohner hatte uns mindestens 10 Katzenbabys mitten im Feld gemeldet. An einem Sonntag Abend. Leider konnten wir an diesem Abend der Tiere aufgrund der Dunkelheit und der Tatsache, dass sich die Kleinen unter den Brombeeren ins Unterholz gschlagen hatten, nicht habhaft werden. Seit diesem Sonntag versuchen wir nunmehr, die Katzenkinder ausfindig zu machen. EinTierheimplatz ist für sie reserviert und sie haben damit eine gute Chance auf ein schönes, warmes und sattes Katzenleben. Einen kleinen Welpen konnten wir erst einfangen. Im Zuge der Welpensuche sind zahlreiche Hinweise an uns herangetragen worden, dass es dort in u.B. scheinbar eine große Anzahl Katzen gibt, die in den kleinen Waldabschnitten, auch ein ganzes Stück vom Ortsrand weg, leben. Mehrere Generationen Katzen sind dort unterwegs. Wir haben im Rahmen der Suche bereits fünf Tiere einfangen können, die sich dort aufhalten und niemandem zuzuordnen sind. Auch eine tragende Mutterkatze ist darunter. Weitere Tiere wurden gesichtet und gemeldet.
In Richtung Suderbruch ist einer Anwohnerin ein halbjähriger Kater im Feld hinterhergelaufen. Zum Glück hat die Familie ihn aufnehmen können. Er befindet sich nun in ihrer Obhut. Er war nicht gechipt. Der Kater ist zahm, kennt Hunde, Fernseher usw.
Definitiv ein Fall von Tieraussetzung. Ein „Verlaufen“ des Tieres ist ausgeschlossen. Der Fundort ist zu weit weg von irgendeiner menschlichen Behausung. Außerdem wurde der kleine Kater bereits vor Wochen immer wieder dort gesehen, zusammen mit noch einer weiteren Katze. Man kam aber nicht an ihn heran.
Da sich in diesem Gebiet so viele Tiere aufhalten, hat es den Anschein, dass sich dort jemand seiner überschüssigen Tiere entledigt. Es ist uns schleierhaft wie die Katzen sonst dort hingelangen können. Einige werden kalte Winter und Hunger eine Weile überleben um sich fortzupflanzen. Deshalb findet man mehrere Generationen dort.
Älter als zwei, maximal drei Jahre ist allerdings kein Tier gefunden worden. Die Tiere sind abgemagert und zumeist krank.
Wir werden weiterhin versuchen, die Situation dort „in den Griff“ zu bekommen. Wir sind auf Hinweise und Hilfe aus der Anwohnerschaft angewiesen. Einige Tage mit viel Arbeit und Fahrerei liegen bereits hinter uns. Die Stiftung Vier Pfoten hat uns dabei tatkräftig unterstützt. Wir bedanken uns dafür sehr.
Wer Katzen melden kann und/oder uns helfen möchte, z.B. bei der Fallenbetreuung kann sich jederzeit gern melden. Ruft an oder schreibt eine EMail.
Es wird jetzt schon bitterkalt und es wäre toll, wenn wir zumindest den Katzenkindern vor dem Winter helfen können.

An den angekreuzten Stellen wurden Katzen gesehen und gemeldet. Es ist sehr ungewöhnlich, dass sich Katzen so weit weg von menschlichen Gebäuden aufhalten. Sie haben im Wald wenig Schutz vor Wind und Wetter und finden zumindest im Winter nicht ausreichend Nahrung für alle.

Was kaum jemand weiß: Die Hauskatze bekommt zwar ein dickes Winterfell, aber wasserundurchlässig ist ihr Fell nicht. Dieser Vorteil ist ihr mit der Domestisierung abhanden gekommen. Das heißt, wenn es regnet oder schneit dringt die Feuschtigkeit direkt durch bis auf die Haut. Die Katze unterkühlt massiv. Wenn sie keine Möglichkeit bekommt, ihr Fell wieder zu trocknen wird sie daran sterben. Das ist ein Umstand, der es der Katze nahezu unmöglich macht, weit abseits von menschlichen Gebäuden zu überleben. Nur ein Aspekt unter vielen … die Katze ist ein Haustier und kein Wildtier. Sie ist nicht (mehr) in der Lage, alleine über einen längeren Zeitraum zu überleben. Sie wird sich immer in der Nähe des Menschen aufhalten müssen.

Tierschutz, Kastration, Kastrationspflicht, Streunerkatzen, Katzen

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